Chaos

Erwache traumgeschüttelt fröstelnd und Blicke wandern durch den winterkalten Raum. Die Fenster offen und das Licht gelöscht und merke, dass es immer noch tanzt. Diesen wütend taumelnden Tanz, der nicht enden will. Wage nicht ihm Einhalt zu gebieten und gestatte ihm also Takt um Takt heftigst sich im Kreis zu drehen, sich zu winden und spüre ohnmächtig den reißenden Schmerz in der Brust. Herz tanzt angestachelt und gefüttert von Gefühl. Gefühl als Treibstoff dieses perpetuum mobile. Und denke dann an deine Augen, die so blau vergoldet und stürze wieder in Gedanken in dieses Meer von Blau, um zu ertrinken in diesem Gedanken, stetig gepeinigt vom rasenden tanzenden Herz. Beinahe impertinent schön erscheint dein Abbild dann um diese Augen, in dessen Meer unermüdlich ich nach Ruhe und Gewissheit suche und doch nicht zu finden vermag. Dich selbst hatte ich nie gesucht und doch gefunden und du brachtest mein Herz zum Tanzen. Und nicht nur Kopf und Herz sind manisch, der eine in Gedanken, das andere im Tanze. Sinne gleichsam sich meinem Willen entziehen. Meine dich zu riechen in den unglücklichsten Augenblicken und schmecke dich stets auf der Zunge, wie den süße Nachgeschmack von Honig. Bin deine Gefangene und Machtlose. Mach mit mir was du willst, lass mein Herz weiter tanzen und täusche meine Sinne, benutz mich, lieb mich, hass mich, betrüge mich, lüg mir ins Gesicht oder lächle in selbiges...nur lass mich nicht allein...

Chaos II

Wenn Demut und Trauer sich senken wie ein dunkler schwerer Schleier und die Lethargie dann um sich greift, so steh ich da und starr ins Leere. Zum Weinen sind die Quellen versiegt und ich inhaliere den gefühlt warmen Rauch einer Zigarette nach der andren. Betäubt von Schmerz und klarer Gedanken unfähig. Wo bist du jetzt? Was erhellt oder beschwert dein Gemüt? Warum bist du mir so fern und doch so nah? Ich kann dich spüren und jede Faser meines Körpers schreit nach dir. Ich weiß nicht, ob du das hören kannst. Oder willst. Meine Hände sind ungeschäftig und rastlos, weil sie dich nicht ertasten. Meine Lippen kalt ohne deinen Kuss und meine Augen leer ohne deinen Blick. Jeder Raum scheint mir zu groß und ungemütlich liegen alle Kissen vor mir, wenn ich sie nicht mit dir teilen kann. Und taub sind meine Ohren ohne deine Stimme und bedeutungslos jeder noch so süße Duft. Ich wanke in Sinnlosigkeit durch mein eigenes Dasein von einem Geschäft zum nächsten ohne wirklich zu wissen, was ich eigentlich tue. Und nicht einmal im Schlafe find ich Ruhe und ich wünscht mir schwarzen traumlosen Schlaf, doch auch da besuch ich dich sooft es geht und tu mir selbst weh damit. Ich hab keine Ahnung wer grad meine Fäden zieht, denn mehr als eine Marionette des Alltags bin ich wohl kaum. Ist das Liebe? Es ist Folter in einem unsichtbaren Käfig und spürbarer Peitsche, die niemals müde wird und stetig auf mich niedergeht. Ich bin zu müde auszuweichen und ertrage stumm jeden neuen Hieb. Ich habe weder Hunger noch dürstet mich. Meine stimmlose Gier verlangt nur eines: dich. Und obwohl mein Peiniger die Liebe ist, will ich keinesfalls ohne diese Liebe sein. Ich liebe dich.

5.12.08 20:53

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