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Gedankensprünge

Gestern auf dem Weg zur Arbeit roch es nach Blumen..in der Straßenbahn also, zwischen Hauptbahnhof und Augustusplatz. Da wo immernoch die große Baustelle ist, auch wenn man jetzt wirklich erkennt was es werden soll. Ich wurde letztens darauf aufmerksam gemacht, dass das runde Fenster leicht versetzt in der Außenfassade seinen Platz gefunden hat. Innovativ..zweifelsohne.Über den Sinn des ganzen waren wir uns nicht einig. Nochmal zu den Blumen, weiche Blumen. Roch nach rosa. Wisst ihr wie rosa riecht? Rosa eben. Ich dachte dann trotzdem sofort an Lilien, weiße Lilien und schwarze Übertöpfe und dann unweigerlich an Kurt Cobain und beschloss mal einige CD's zu suchen. Habe auch vor wenigen Tagen bei Amazon gestöbert und viel zu viel gefunden, was sich eignet mein Besitz zu werden. Vorrangig Bücher. Alte Klassiker in schönen Einbänden.
Schöne Einbände und Fassaden: übrigens scheinen die Häuser bei mir gegenüber wirklich richtig nett zu werden. Mich strahlt morgens eine weiße Wand an, verziert mit Putten-Reliefs. Sehr romantisch. Romantisch ist auch jetzt früh morgens die Elster wenn jetzt der Nebel drüber liegt, so 7.53Uhr noch vorm eigentlich Wachsein. Mystisch sieht es wohl aus. so der kleine altkluge Junge, dem ich letztens in der Straßenbahn zuhörte. Ich hörte zu bis ich ausstieg. Ich war fasziniert von seiner Wortwahl und seiner Satzstrukturen. Er mag höchstens 10 Jahre alt gewesen sein, sprach aber wie ein durchschnittlich intellektueller Erwachsener. Der Kleine, mit den Sommersprossen und den roten Haaren. Ich glaube, mit ihm hätte ich auch gerne mal geredet...

1 Kommentar 29.9.08 13:55, kommentieren



Telefonieren

Zunächst einmal möchte ich festhalten: Ich habe zur Telefonie ein arg gestörtes Verhältnis. Es gibt verschiedene Arten zu telefonieren. Am liebsten sind mir jene Anrufer, die sagen, wer sie sind, was sie wollen und das alles unter dreißig Sekunden über die Bühne bringen. Dann gibt es diese Anrufer, die auch sagen, was sie wollen...nur eben erst nach einer halben Stunde. Bis sie dann aber formuliert haben was sie denn wollen, stellt man fest (und das ist echt hart), dass sie eigentlich doch nichts wollen. Also, sie haben kein Anliegen. Sie reden nur. Und ich höre zu. Sage "Hm", "Hm", "Achso" und durchsetze ihren Redeschwall mit beinah unzähligen dieser Urzeit-Geräusche des absoluten Verständnisses. Laufe derweil in meiner Wohnung auf und ab, stelle fest, was in meinem Kühlschrank noch fehlt, dass ich noch Wäsche waschen muss, überlege, wann ich morgen aufstehe und was vielleicht heute im fernsehen kommt. Natürlich hör ich zu. Sag ja auch ständig "Hm", "Hm," und "Achso". Dann kommt ab und an der Moment in dem dann von der andren Seite kommt "Und bei dir so?". In dem Moment MUSS man erstmal wachwerden, umschalten. Da kann man nichmehr "Hm" sagen, da muss man handeln. Und man kommt ins Straucheln. Also ich. Und dann sag ich meist "Joa...wie immer halt." Ich denke, diese Antwort ist ebenso befriedigend für meinen Gesprächspartner, wie dessen vorangegangenen sechsundvierzig minütigen Ausführungen für mich. Dann fragen sie dich aus. Und du willst eigentlich GAR nich grad darüber reden. Ich zumindest. Und dann hab ich plötzlich Termine und muss nochmal dringend weg. Ich will dann nichtmehr mit dem kleinen Kasten reden, ich habe einfach keine Lust. Ich bin ja froh, dass es Nummern-Anzeigen gibt, wenn jemand anruft. Dann entscheid ich selbst, ob ich rangehe. Und ich gehe selten ans Telefon. Es gibt aber noch andere Anrufer. Die, die nämlich nur alle halbe Jahr anrufen. Mein Gewissen gegenüber ihnen verbietet mir dann jegliche Abwimmeltaktik. Am Ende ärgere ich mich dann, weil ich dies und jenes nicht geschafft habe.
Ich mag es nicht sagen zu müssen, wenn mich jemand fragt: Wie war dein Tag?, dann sagen zu müssen, dass ich ewiglich telefoniert hätte. Keine wirkliche Beschäftigung für mich. Warum ruft ihr nicht an und sagt: Lass auf'n Kaffee treffen. Haha! Dann red ich gern mit euch. Schreibt mir 'nen Brief, ich antworte gerne seitenweise. Aber ruft mich doch nicht ständig an...

1 Kommentar 29.9.08 20:08, kommentieren

Nein-Sagen

Ich kann nicht "Nein" sagen. Ich kann nicht "nein" sagen, wenn mein Kollege mich als seine Vertretung braucht. Ich kann nur dann wieder "nein" sagen, wenn er mich dann fragt, ob mich das auch nicht stört. Nein, natürlich stört es mich nicht. Ich kann nicht "nein" sagen, wenn Freund XY meint er müsse mit mir jetzt jenen Film sehen. Ich werde erst dann wieder "nein" sagen, wenn er fragt, ob ich nicht zu müde bin den Film zu sehen. Nein, nein, ich bin nicht müde. Ich kann nicht "nein" sagen, wenn ich jemand zum hundertsten Mal fragt, ob ich ihn nicht abholen könne und ich eigentlich GENAU weiß, dass er eh wieder zu spät kommt und ich doch noch mindestens eine halbe Stunde vor seiner Tür stehe. Ich sage dann erst wieder nein, wenn er fragt, ob mir das jetzt zu lange gedauert hätte. Ach was, nein. Alles in Ordnung. Ich lüge nicht. Dann nicht. Ich stell mich bloß so dar, als könne mans mit mir ja machen, um niemanden zu verärgern. Ich will ja manchmal nein sagen, aber ich kann nicht. Ich sage dann oft auch mal ja, meine DANN auch ja, aber erst im Nachhinein mein ich doch "nein" und dann bin ich ganz groß darin, abzusagen. Macht's ja dann eigentlich noch schlimmer. Also wieso sage ich nicht gleich nein? Das ist ja feige. Ich sollte gleich nein sagen. Nunja, dann übe ich das nein sagen und sage ja, wenn mich jemand fragt, ob mich das stört, ob ich müde bin und ob mir das zu lange gedauert hat. Ja, hat es. Über jain und vielleicht will ich gar nicht reden. Ich bin eigentlich Freund klarer Ansagen. Entweder oder. Ich sollte mich auh ab und an selbst dran halten. Zumindest öfter. Aber es ist ja schon besser geworden, sag ich mir. Manchmal sag ich mir das wirklich. Und dann ruft jemand an und ich kann nicht nein sagen, meine nein und sage ja. Und dann hab ich mich mal wieder selbst angelogen und seufze. Nein-Sagen. Das Nein-Sagen ist nicht einfach...

2 Kommentare 29.9.08 20:25, kommentieren

Genial

Dies fand ich vor langer Zeit einmal bei Youtube.com. Letztens wieder drauf gestoßen. Man wünscht gute Unterhaltung.

30.9.08 21:14, kommentieren