Poetica

Jede Wut ist abgeklungen. Jeder Schrei versiegt und offene Wunden gepflastert. Von jetzt an nur noch brennende Traurigkeit. Schutt und Asche und Scherben begleiten mich in jedem Traum. Tränen trocken wie meine Kehle. Feines Salz auf dem Gesicht. Erstarrt das ehrliche Lächeln. Lachen nur noch, damit keiner fragt. Leidensfähig. Gebrochen.
Ich suche immer noch jedwedes Teil meines Herzens. Es zerbarst als die Tür ins Schloss fiel.
Klein. Kalt. Einsam. Lieblos und leergeliebt. Gedankenfetzen. Szenerien zerreißend, schreiend laut bis ich taub bin für jedes liebe Wort.
Es schneit draußen und drin in mir...mehr kann nicht sagen. Wollt dir doch so vieles sagen, dass du eigentlich schon weißt... drum spar ich mir die Worte. Herzschlag. Atemzug. Herzschlag. Atemzug.
Ich vermisse dich...

5 Kommentare 2.1.09 23:04, kommentieren

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Quintessenz

Gern erhebt ich mich und verließe diesen Thron meiner Empfindungen. Gebettet auf Stacheldraht und Eis. Ich beschreibe immer die gleichen Bilder, denn andere kommen mir gar nicht erst in den Sinn. Sehe nichts als Blut und Schmerz und du wirfst mich jeden Tag aufs neue in dieses Fegefeuer. Du hast mich erst gefangen, dann gelähmt und nun labst du dich an mir, ohne zurückzugeben. Ohne mir etwas von meinem Selbst übrig zu lassen, frisst du meine Seele auf und nährst damit doch nur deine eigene Verwirrung. Warum lässt du nicht einfach ab von mir und gibst mich frei. Besser noch du nähmest mich und gäbst mir dafür dich. Ich bin langsam einfach leer und aufgebraucht, hab alles hingegeben, was ich zu verschwenden hatte und auch das Unentbehrliche dir überlassen, in meiner eignen Gier nur ein Stück von dir zu bekommen, woran ich aber langsam zu verhungern drohe.
Wie ist das denn, wenn man sich ineinander ergießt und blind links vertraut ohne Rücksicht auf sich selbst. Wenn man keine klärenden Worte bräuchte, da sich alles wie von selbst versteht, weil du mich wie von selbst verstehst und weißt was ich brauche. Du weißt, was ich fühle, aber du hast es nicht begriffen. Oder vielleicht hast du es begriffen und bist nur außerstande mir zu geben, was ich brauche. Weil du nicht bereit bist, dich an mich zu verschwenden und dieses Ungleichgewicht auszubalancieren. Nur wenn das so ist, dann hör auf immer auf deine Wagschale zu laden und lass mich stehen. Auch wenn ich niemals wollte, dass du mich allein lässt, hab ich nun mehr und mehr Angst, dass du mich verzehrst. Denn ich verzehr mich nach dir. Und so zehren wir beide an mir und was bleibt sind Schatten. Du hast geschwiegen, ich auch. Du hast gelogen, ich war ehrlich zu dir. Ich hab geschwiegen, um dich nicht zu verletzen. Du hast vielleicht gelogen, um nicht zu verletzen. Du hast mich gedemütigt, im Stich gelassen...du hast mich verleugnet. Und das tust du immer noch. Was ist dir das hier wert, dass du es leugnen musst. Für wie stark hältst du mich, dass du glaubst, das ginge an mir mit Schrammen vorüber. Für wie stark muss ich mich ausgegeben haben, dass du das glaubst....Kannst du dir vorstellen, wie es ist sich verstecken zu müssen. So zu tun, als sei alles wie immer und seine Rolle zu spielen. Aus Rücksicht. Aus Angst. Aus Liebe. Denk einfach mal darüber nach. Wieso kann ich nicht ich sein, komplettiert durch dein Du. Ich muss daneben stehen und hören, dass ich eigentlich gar nicht da bin, obwohl ich direkt neben dir stehe. Und du besitzt auch noch die Dreistigkeit mir dabei einen Kuss zu schenken. Und ich in meiner blinden Liebe zu dir, dulde all das schweigend und nickend. Was willst du noch? Mehr kann ich dir nicht geben. Ich kann nicht mehr...Sag mir was du willst und ich bleibe bei dir. Sag mir, dass du mich nicht willst und ich gehe. Aber sag nicht mehr ich sei nicht da, um gleichzeitig meine Hand zu nehmen...Lieben werd ich dich auf diese oder jene Weise, nur kann ich nicht mehr geben und ertragen. Du hast den Schlüssel meines Herzens. Geh durch diese offene Tür...oder schließ zu und gib mir den Schlüssel zurück. Behalt aber die Erinnerung.

PS: Diese Sätze sind kein Produkt meine Geistes, sondern meines Herzens....

1 Kommentar 21.12.08 01:22, kommentieren

Chaos

Erwache traumgeschüttelt fröstelnd und Blicke wandern durch den winterkalten Raum. Die Fenster offen und das Licht gelöscht und merke, dass es immer noch tanzt. Diesen wütend taumelnden Tanz, der nicht enden will. Wage nicht ihm Einhalt zu gebieten und gestatte ihm also Takt um Takt heftigst sich im Kreis zu drehen, sich zu winden und spüre ohnmächtig den reißenden Schmerz in der Brust. Herz tanzt angestachelt und gefüttert von Gefühl. Gefühl als Treibstoff dieses perpetuum mobile. Und denke dann an deine Augen, die so blau vergoldet und stürze wieder in Gedanken in dieses Meer von Blau, um zu ertrinken in diesem Gedanken, stetig gepeinigt vom rasenden tanzenden Herz. Beinahe impertinent schön erscheint dein Abbild dann um diese Augen, in dessen Meer unermüdlich ich nach Ruhe und Gewissheit suche und doch nicht zu finden vermag. Dich selbst hatte ich nie gesucht und doch gefunden und du brachtest mein Herz zum Tanzen. Und nicht nur Kopf und Herz sind manisch, der eine in Gedanken, das andere im Tanze. Sinne gleichsam sich meinem Willen entziehen. Meine dich zu riechen in den unglücklichsten Augenblicken und schmecke dich stets auf der Zunge, wie den süße Nachgeschmack von Honig. Bin deine Gefangene und Machtlose. Mach mit mir was du willst, lass mein Herz weiter tanzen und täusche meine Sinne, benutz mich, lieb mich, hass mich, betrüge mich, lüg mir ins Gesicht oder lächle in selbiges...nur lass mich nicht allein...

Chaos II

Wenn Demut und Trauer sich senken wie ein dunkler schwerer Schleier und die Lethargie dann um sich greift, so steh ich da und starr ins Leere. Zum Weinen sind die Quellen versiegt und ich inhaliere den gefühlt warmen Rauch einer Zigarette nach der andren. Betäubt von Schmerz und klarer Gedanken unfähig. Wo bist du jetzt? Was erhellt oder beschwert dein Gemüt? Warum bist du mir so fern und doch so nah? Ich kann dich spüren und jede Faser meines Körpers schreit nach dir. Ich weiß nicht, ob du das hören kannst. Oder willst. Meine Hände sind ungeschäftig und rastlos, weil sie dich nicht ertasten. Meine Lippen kalt ohne deinen Kuss und meine Augen leer ohne deinen Blick. Jeder Raum scheint mir zu groß und ungemütlich liegen alle Kissen vor mir, wenn ich sie nicht mit dir teilen kann. Und taub sind meine Ohren ohne deine Stimme und bedeutungslos jeder noch so süße Duft. Ich wanke in Sinnlosigkeit durch mein eigenes Dasein von einem Geschäft zum nächsten ohne wirklich zu wissen, was ich eigentlich tue. Und nicht einmal im Schlafe find ich Ruhe und ich wünscht mir schwarzen traumlosen Schlaf, doch auch da besuch ich dich sooft es geht und tu mir selbst weh damit. Ich hab keine Ahnung wer grad meine Fäden zieht, denn mehr als eine Marionette des Alltags bin ich wohl kaum. Ist das Liebe? Es ist Folter in einem unsichtbaren Käfig und spürbarer Peitsche, die niemals müde wird und stetig auf mich niedergeht. Ich bin zu müde auszuweichen und ertrage stumm jeden neuen Hieb. Ich habe weder Hunger noch dürstet mich. Meine stimmlose Gier verlangt nur eines: dich. Und obwohl mein Peiniger die Liebe ist, will ich keinesfalls ohne diese Liebe sein. Ich liebe dich.

5.12.08 20:53, kommentieren

Romantik

Romantik. Inflationär gebrauchter Begriff. Romantik drängt sich mir immer dann auf, wenn ich sie am wenigsten gebrauchen kann.
Also immer.
Sie drängelt sich auf jedes Blutkörperchen, dass dann anstelle von gebundenen Sauerstoff Romantik in mein Hirn transportiert und meine Neurotransmitter lahm legt. Das macht mich ..
...irre.
Rosarote Wattewolken, Plüschteddys mit Herzchen, auf denen "Ich liebe dich" prangert wie die Thesen Luthers an der Kirchtür. Rote Rosen, an denen man sich eh nur die Finger aufsticht. Kitschbeladene Grußkarten mit schwarz-weiß Fotos von sich anglotzenden Pärchen. Ich liebe dich in hundert Sprachen übersetzt in seinem ICQ-Status stehen zu haben, find ich auch nicht prickelnd. Prickelnd ist Romantik auch dann nicht, wenn ich mir mit dem dritten "neuen" Freund Titanic anschau und wieder gefühlsduselig zur Taschentuchbox greife und weine, weil das Boot untergegangen ist. Auch als Lyrikfreund geht mir bei hoffnunglos romantischen Gedichten der Hut hoch. Kennt ihr noch die BRAVO!? Jaja, Schnuckelbärchen grüßt seine Schmusekatze mit einem von ihm selbst abgeschriebenen romantischen Vierzeiler. Hat nicht jeder von uns schon mal ein Herz aus Teelichtern im Wohnzimmer aufgebaut und Blütenblätter drum herum drapiert? Oder irgendetwas, was diesem Akt der Klischee-Pseudo-Romantik ähnelt?
Es gibt auch bestimmt Zeitpunkte im Jahr, an denen die Romantik Hochkonjunktur feiert.
Da wäre der Valentinstag, an welchem die typische Darstellung von Amor mit seinem Schussgerät an sämtlichen Blumenläden klebt und man einem besagte stichige Rosen für viel Geld verkauft, die dann ja auch nur in der Vase der Auserwählten gleichsam der Romantik dahinsiechen.
Andre Anlässe für aufgedrückte, beinah schon gewaltsam aufdiktierte Romantik ist Weihnachten. Da wirds behaglich und die Winterlandschaften sind ja so romantisch! Wenn es schneit hab ich nur Matsch an den Stiefeln und ärger mich, weil meine Füße schon wieder nass sind, da ich vergaß meine Fußbekleidung zu imprägnieren. Ist das romantisch?
Hochzeiten. Gerade solche im Fernsehen. Gülcan gibt ihr Ja-Wort und auch der Graf sucht eine neue Frau. Tausende sitzen dann vorm Fernseher, beobachten diese Spektakel und seufzen in ihr Taschentuch "Hach, ist das romantisch."
Ich hätte gerne mal...was neues. Etwas was nicht ständig von den Medien bis ins beinah Unendliche breitgetreten wird, was mir nicht jeden Tag entgegenspringt, wie der Clown aus der Box. Ich erschreck mich doch dann immer. Nichts ausgeleiertes. Nichts benutztes, abgenutztes. Einfach mal was neues....

3.10.08 23:51, kommentieren

Genial

Dies fand ich vor langer Zeit einmal bei Youtube.com. Letztens wieder drauf gestoßen. Man wünscht gute Unterhaltung.

30.9.08 21:14, kommentieren

Nein-Sagen

Ich kann nicht "Nein" sagen. Ich kann nicht "nein" sagen, wenn mein Kollege mich als seine Vertretung braucht. Ich kann nur dann wieder "nein" sagen, wenn er mich dann fragt, ob mich das auch nicht stört. Nein, natürlich stört es mich nicht. Ich kann nicht "nein" sagen, wenn Freund XY meint er müsse mit mir jetzt jenen Film sehen. Ich werde erst dann wieder "nein" sagen, wenn er fragt, ob ich nicht zu müde bin den Film zu sehen. Nein, nein, ich bin nicht müde. Ich kann nicht "nein" sagen, wenn ich jemand zum hundertsten Mal fragt, ob ich ihn nicht abholen könne und ich eigentlich GENAU weiß, dass er eh wieder zu spät kommt und ich doch noch mindestens eine halbe Stunde vor seiner Tür stehe. Ich sage dann erst wieder nein, wenn er fragt, ob mir das jetzt zu lange gedauert hätte. Ach was, nein. Alles in Ordnung. Ich lüge nicht. Dann nicht. Ich stell mich bloß so dar, als könne mans mit mir ja machen, um niemanden zu verärgern. Ich will ja manchmal nein sagen, aber ich kann nicht. Ich sage dann oft auch mal ja, meine DANN auch ja, aber erst im Nachhinein mein ich doch "nein" und dann bin ich ganz groß darin, abzusagen. Macht's ja dann eigentlich noch schlimmer. Also wieso sage ich nicht gleich nein? Das ist ja feige. Ich sollte gleich nein sagen. Nunja, dann übe ich das nein sagen und sage ja, wenn mich jemand fragt, ob mich das stört, ob ich müde bin und ob mir das zu lange gedauert hat. Ja, hat es. Über jain und vielleicht will ich gar nicht reden. Ich bin eigentlich Freund klarer Ansagen. Entweder oder. Ich sollte mich auh ab und an selbst dran halten. Zumindest öfter. Aber es ist ja schon besser geworden, sag ich mir. Manchmal sag ich mir das wirklich. Und dann ruft jemand an und ich kann nicht nein sagen, meine nein und sage ja. Und dann hab ich mich mal wieder selbst angelogen und seufze. Nein-Sagen. Das Nein-Sagen ist nicht einfach...

2 Kommentare 29.9.08 20:25, kommentieren

Telefonieren

Zunächst einmal möchte ich festhalten: Ich habe zur Telefonie ein arg gestörtes Verhältnis. Es gibt verschiedene Arten zu telefonieren. Am liebsten sind mir jene Anrufer, die sagen, wer sie sind, was sie wollen und das alles unter dreißig Sekunden über die Bühne bringen. Dann gibt es diese Anrufer, die auch sagen, was sie wollen...nur eben erst nach einer halben Stunde. Bis sie dann aber formuliert haben was sie denn wollen, stellt man fest (und das ist echt hart), dass sie eigentlich doch nichts wollen. Also, sie haben kein Anliegen. Sie reden nur. Und ich höre zu. Sage "Hm", "Hm", "Achso" und durchsetze ihren Redeschwall mit beinah unzähligen dieser Urzeit-Geräusche des absoluten Verständnisses. Laufe derweil in meiner Wohnung auf und ab, stelle fest, was in meinem Kühlschrank noch fehlt, dass ich noch Wäsche waschen muss, überlege, wann ich morgen aufstehe und was vielleicht heute im fernsehen kommt. Natürlich hör ich zu. Sag ja auch ständig "Hm", "Hm," und "Achso". Dann kommt ab und an der Moment in dem dann von der andren Seite kommt "Und bei dir so?". In dem Moment MUSS man erstmal wachwerden, umschalten. Da kann man nichmehr "Hm" sagen, da muss man handeln. Und man kommt ins Straucheln. Also ich. Und dann sag ich meist "Joa...wie immer halt." Ich denke, diese Antwort ist ebenso befriedigend für meinen Gesprächspartner, wie dessen vorangegangenen sechsundvierzig minütigen Ausführungen für mich. Dann fragen sie dich aus. Und du willst eigentlich GAR nich grad darüber reden. Ich zumindest. Und dann hab ich plötzlich Termine und muss nochmal dringend weg. Ich will dann nichtmehr mit dem kleinen Kasten reden, ich habe einfach keine Lust. Ich bin ja froh, dass es Nummern-Anzeigen gibt, wenn jemand anruft. Dann entscheid ich selbst, ob ich rangehe. Und ich gehe selten ans Telefon. Es gibt aber noch andere Anrufer. Die, die nämlich nur alle halbe Jahr anrufen. Mein Gewissen gegenüber ihnen verbietet mir dann jegliche Abwimmeltaktik. Am Ende ärgere ich mich dann, weil ich dies und jenes nicht geschafft habe.
Ich mag es nicht sagen zu müssen, wenn mich jemand fragt: Wie war dein Tag?, dann sagen zu müssen, dass ich ewiglich telefoniert hätte. Keine wirkliche Beschäftigung für mich. Warum ruft ihr nicht an und sagt: Lass auf'n Kaffee treffen. Haha! Dann red ich gern mit euch. Schreibt mir 'nen Brief, ich antworte gerne seitenweise. Aber ruft mich doch nicht ständig an...

1 Kommentar 29.9.08 20:08, kommentieren